Die Drohnenreinigung ist für viele Fassaden, Glasflächen, Dächer und Solaranlagen die schnellere und wirtschaftlichere Lösung. Sie ist aber nicht für jede Verschmutzung und jedes Objekt die richtige Wahl. Dieser Ratgeber zeigt ehrlich, wo die Grenzen liegen, damit Sie vor der Beauftragung wissen, was realistisch ist.
Verschmutzungen, die eine Drohne nicht entfernen kann
Eine Reinigungsdrohne arbeitet berührungslos mit Wasser und niedrigem Druck. Was sich nur mechanisch lösen lässt, bleibt deshalb eine Aufgabe für manuelle Verfahren:
- Bauverschmutzungen: eingebrannte Zementschleier, Mörtelreste, Farb- und Lackspritzer sowie Silikonüberstände brauchen Schaber oder Spezialreiniger von Hand.
- Starke Verkalkung: über Jahre gewachsene mineralische Ablagerungen, etwa an Tropfkanten, lassen sich berührungslos oft nicht vollständig lösen.
- Graffiti: Die Entfernung braucht abgestimmte Lösemittel und meist eine Nachbehandlung der Oberfläche.
- Dicke Moospolster auf Dächern: Bei sehr starkem Bewuchs kann eine Vorbehandlung oder eine mechanische Entfernung nötig sein, bevor die Drohne nachreinigt.
- Verschmutzungen in Fugen und Rahmenprofilen: Tiefe Ablagerungen in Fugen, Rinnen oder Fensterrahmen erreicht ein Sprühstrahl nur begrenzt.
Flächen und Objekte mit Einschränkungen
- Innenflächen: Die Drohne reinigt außen. Fenster von innen, Wintergärten und Atrien gehören nicht dazu.
- Überdachte und sehr enge Bereiche: Flächen unter Vordächern, in schmalen Lichtschächten oder engen Innenhöfen sind für den Flug oft zu eng.
- Beschädigte oder empfindliche Oberflächen: lose Putzflächen, beschädigte Dachziegel, abblätternde Anstriche oder denkmalgeschützte Oberflächen müssen vorher geprüft werden. Wasser kann vorhandene Schäden verschlimmern.
- Kleine Flächen in geringer Höhe: Ein Erdgeschossfenster oder ein Carport ist mit Leiter oder Teleskopstange günstiger gereinigt.
Wann nicht geflogen werden kann
Wetter und Luftraum bestimmen, ob ein Einsatz an einem bestimmten Tag möglich ist:
- Starker Wind und Böen: Sie gefährden die Flugstabilität und tragen das Sprühwasser ab.
- Frost: Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt würde das Reinigungswasser auf der Fläche gefrieren.
- Starkregen und Gewitter: Aus Sicherheitsgründen wird der Einsatz verschoben.
- Fehlende Freigaben: In Kontrollzonen von Flughäfen, nahe Bahnstrecken oder über fremden Grundstücken braucht es vorher Freigaben oder Zustimmungen. Mehr dazu im Ratgeber Welche Genehmigungen braucht eine Drohnenreinigung?
Planen Sie deshalb für jeden Einsatz einen Ausweichtermin ein, besonders in den Herbst- und Wintermonaten.
Die richtige Methode für jede Fläche
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Große oder hohe Fassade, Glasfläche oder Dach mit Bewuchs, Staub oder Ruß | Drohne |
| Photovoltaikanlage auf Flach- oder Hallendach | Drohne |
| Zementschleier, Farbe, Silikon nach Bauarbeiten | Manuelle Bauendreinigung |
| Graffiti | Spezialisierte Graffitientfernung |
| Kleine Flächen im Erdgeschoss | Leiter oder Teleskopstange |
| Fassade mit Schäden oder losem Putz | Zuerst Sanierung, danach Reinigung |
Oft ist eine Kombination sinnvoll: Die Drohne übernimmt die großen und hohen Flächen, einzelne Problemstellen werden von Hand nachbearbeitet. Bei der kostenfreien Objektbegehung sagen wir Ihnen, welche Methode für Ihr Objekt die wirtschaftlichste ist.
Einen Kostenvergleich der Verfahren finden Sie im Ratgeber Was kostet eine Drohnenreinigung? und im Vergleich Drohne, Gerüst oder Hubsteiger.